Wie es mit meinem Portemonaie weiterging
Am 08.03.2010 um 10 Uhr traf ich mich mit meinem Betreuer. Inzwischen hatte ich kaum geschlafen, ein dutzendmal die
Bude auf den Kopf gestellt und geflucht. Von Dani hatte ich mir 200 Euro geliehen, um einkaufen und mittagessen zu
können. Zusammen mit dem Betreuer fuhr ich zuerst zu einem Photographen, der mir vier Paßbilder für 12 Euro machte.
Dann gings weiter zur Amsingstraße 34, um mir dort eine sog. Identitätsbescheinigung zu holen. Die ist nötig, wenn
man nicht mal mehr einen Ausweis, Reisepaß oder den Behindertenausweis hat. Diese Bescheinigung kostete schon mal 8
Euro. Mit der Identitätsbescheinigung fuhren wir weiter zum Einkaufszentrum Hamburger Meile, wo das Versorgungsamt
ist. Hier erstellten wir einen neuen Behindertenausweis, ein neues Streckenverzeichnis, eine neue Wertmarke, also
das sog. Beiblatt zur kostenlosen Beförderung in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das kostete ebenfalls 8 Euro. Zu
guter Letzt gings dann in eines der Einwohnermeldeämter. hier erstellten wir den vorläufigen und den neuen
Personalausweis und zahlten 18,50 Euro.
Zuhause angekommen suchten wir trotz allem noch einmal nach dem Portemonaie. Es fand sich aber nicht. Plötzlich
klingelte es häftig an der Tür. Mein Freund und Nachbar Oli kam herein und hatte einen großen Umschlag in der Hand.
Den öffnete ich sofort, und was glaubt ihr war drin? Das Portemonaie. Allerdings, wie könnte es auch anders
angehen, ohne die 550 Euro. Allerdings waren alle Papiere noch drinnen. Ich war froh, das Ding wiederzuhaben. Aber
da ich jetzt neue Papiere hatte, tauschte ich die alten gegen die neuen aus. Und das Geld war ja dennoch futsch.
Nie wieder werde ich so viel Geld mit mir so lange herumschleppen! Nie wieder!
Nun fehlte mir noch die neue Krankenkarte und die Befreiungsbescheinigung, daß ich keinerlei Praxisgebühr oder
Medikamentenzuschläge mehr zahlen muß. Die beiden Karten trafen zwei Tage später ein. Inzwischen ist hier sogar die
neue EC-Karte und die Geheimzahl eingetroffen. Also das alte Portemonaie mit völlig neuen Papieren.
Zukünftig nehme ich nur so viel vom Konto herunter wie ich benötige. Oder ich hole es mir alles runter und stecke
es in die hierfür vorgesehene Spardose. Aus dem Fehler, besoffen ein Portemonaie mit so viel Geld zu verlieren,
habe ich gelernt.
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